Ivan Smirnov – Ein Portrait
Ivan Smirnov ist einer der post-sowjetischen Künstler deren musikalischen können und und Fertigkeiten keine Wünsche offen lässt. Seine Werke gelten als das, was man unter Welt-Musik verkauft. Sie stehen eindeutig unter dem Stern der Russischen Seele, allerdings mit großen Anteilen an Jazz und Rock Elementen unter Einfluss von Spanischer und Keltischer Musik und umfangreichen Improvisationen sowie in geringen Umfang auch fernöstliche Klänge. Diese Mischung macht die Kunst von Ivan Smirnov zu weit mehr als nur russischer Folklore.
Ivan Smirnov ist unbestreitbar ein sehr guter Spieler und Komponist, so gilt er ebenfalls als Perfektionist der von seinen Mitspielern ebenso hohe Anforderungen stellt wie an sich selbst. Seine Spieltechnik ist ohne Vorbild und so meint Ivan Smirnov selbst ist die Spieltechnik nur Mittel zum Zweck. Viel wichtiger für Ihn so sagt er, sei die Schaffung eines in sich stimmigen und vollkommenen Sounds.
Geboren 1955 in Moskau beginnt Ivan Smirnov im frühen Jugendalter Gitarre zu spielen. Später besucht er die Musikhochschule. Da dort nur Klassik-, Folk-, oder Pop Unterrichtet wird verlässt er die Hochschule und spielt seitdem in diversen Amateur oder Semi-Professionellen Bands mit.
1975 steigt er in die Fusion-Band Second Breath ein. Second Breath war maßgeblich wegweisend für die Entwicklung der russischen Jazz-Rock-Szene in der Sowjetunion. Als sich diese Band 1979 auflösste trat er in das Eduard Artemjew Ensemble ein. Ab 1984 spielte er in der Band von Alexej Koslow, Arsenal. Unter Arsenal vereinten sich die besten Künstler und Musiker und war zur damaligen Zeit sehr Populär. Problematisch ist allerdings das Verhältnis zwischen der Formation und der Obrigkeit die Arsenal für ihre Politischen Zwecke missbrauchte. Zwar gab mit Arsenal Auftritte auf diversen Internationalen Festivals jedoch waren die Künstlerischen Freiheiten auf Grund der Restriktionen der Partei zu groß als das es für einen Internationalen Durchbruch gereicht hätte.
Mit dem Fall des Eisernen Vorhang beginnt auch seine Solokarriere. Hier trifft er auch die Entscheidung sich Zukünftig die Akkustische Gitarre zu nutzen. Seine damaligen Kollegen und Freunde rieten ihn damals davon ab, weil sie es für einen Rückschritt hielten. Der Erfolg allerdings gab ihm Recht. Seitdem gilt er als einer der besten und einflussreichsten Fusion-Gitarristen in Russland. Er arbeitet nun immer Öffter als Studio Gitarrist und beiteiligte sich häufig an Filmkompositionen. 1995 Verlies er endgültig Arsenal.
1996 veröffentlichte er sein erstes Soloalbum Merry go round man. In Merry go round man, war es Ivan Smirnovs Intention die typisch russische Folklore mit Spanischem, Asiatischen und Celtischen einflüssen zu verbinden. Merry go round man wurde unter At The Other End Of The World 1999 für den westlichen Markt neu Aufgelegt.
Seine Solokarriere begann in kleinen Klubs bis nach und nach die Konzert- und Veranstalltungsorte größer und größer wurden. Die Fachpresse und Westliche Musikerkollegen entdecken Ivan Smirnov neu. So spielte er mitunter auf der selben Bühne wie Al Di Meola. Er spielte auf Konzerten und Festivals in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Türkei und Ungarn.
2003 und 2004 folgten die Alben Nummer zwei und drei The Where The Sun Slumber und Crimean Holiday. Mitlerweile spielt er auf allen Großen Russischen Festivals als Headliner auf. Er bekam den Silbernen Löwen von Venedig für seine von Ihm Produzierte Filmmusik. Ein weiter Höhepunkt seiner Karriere war eine Einladung der Russischen Regierung 2005 ein Solokonzert vor dem Stattsoberhaupt zu geben.
Seine derzeitige Band ist völlig atypisch besetzt. Dmitry Safonow Flamenco-Gitarre, Mikhail Smirnov spielt alles was Tasten hat und Sergey Klevensky ist für Blasinstrumente der passende Mann von Piccoloflöte bis zur Klarinette.
Leider ist es sehr schwer bis unmöglich an Tonträger von Ivan Smirnov heran zu kommen. Wer einmal die Chance hat in Moskau zu sein dem sei einer seiner regelmäßigen Konzerte wärmsten ans Herz gelegt.
Als Komponist, Produzent und Virtuose ist Ivan Smirnov zwar in Russland bekannt, hier aber leider nur in Fachkreisen. Er ist Mitglied der Jury bei Filmfestspielen in Venedig, ausserdem greift hin und wieder Auftragsarbeiten für Filmmusik auf.
Diskographie
1996 Merry go round man
2003 The Where The Sun Slumber
2004 Crimean Holiday
2006 Rotary Grandfather
Links



Ich hatte gestern Abend eine Einladung für einen kleinen Kreis von 40 Personen in Moskau. Als musikalischer Gast spielte Ivan Smirnov mit seiner Band, den ich bis dato nicht kannte, jedoch mittlerweile sehr verehre. Die Musik ist mitreisend, erinnert an Al Di Meola, Lee Ritenour oder auch John Mc Laughlin – gerade seine asisatischen Kompositionen.
Ich kann seine Musik von ganzem Herzen allen weiterempfehlen die Ihr Gehör gerne von virtuoser Musik verwöhnen lassen.
Das man sich mit Ivan auch austauschen konnte macht diese Begegnung noch um einiges wertvoller.
Hinzu kommt, dass die CDs auch von sehr guter Aufnahmequalität sind. Zumindest gilt dies für die letzten 3 Produktionen – die ich gestern auch von Ivan bekommen habe. Gruß HDW