Long Distance Calling – Satelite Bay
Long Distance Calling, so der langmütige Name einer Band die ihr erstes Album „satellite bay“ herausbringen. Beim ersten Blick auf das Cover, muss ich unweigerlich an Zerbombte Städte während des zweiten Weltkriegs denken, alles grau in grau. Wir drehen die Hülle und da stehen sieben Songs nur, denke ich, später stellt sich eine veritable Gesamtspielzeit von gut 58 Minuten heraus.
Legt man die CD ein erwartet man eigentlich einen kurzen prägnanten opener, hier betritt ein mit „jungerfernflug“ ein mit über 10 minütiger Länge gleich der erste Höhepunkt die Bühne. Also reden die 5 Jungs gleich mal Tacheles ohne Vorspiel. Jungfernflug beginnt recht gefällig mit einer entspannten Basslinie und klarem Schlagzugspiel, recht atmosphärisch. Nach und nach kommt eine Gitarre zum Zug. Klare Linien und klare Melodieführung. Irgendwann bricht der Song durch und das seichte wird abgelegt und Genre typisch Explosive kommt hervor. Im Wechsel zwischen seichten und progressiven Phasen gibt jungfernflug einen sehr guten Einstieg und mit seinen Kraftvollen Ende, hat man Appetit auf mehr bekommen.
Bei fire in the mountain glänzen die fulminanten Gitarren die im Zusammenspiel mit dem abwechslungsreichen Drums und dem fundierenden Bass einen sehr gängigen sound kreieren, die dem Hörer über die Ohren gleich in Herz geht und dabei einen fesselnden Spannungsbogen aufbaut.
aurora gibt einen die Chance wieder nach fire in the mountain wieder runter zu kommen und zu entspannen. Aber auch hier steigt unmerklich der Puls bis er urplötzlich hoch kocht nur um wieder herunter gekühlt zu werden. Eine Emotionale Reise die uns long distance calling mit aurora beschert.
horizont hat einen etwas sperrigen einstieg und ist der temporeichste Song auf dem Album. Vorwärts treibend ja, nicht stehen bleiben war wohl die Devise. Ein zwiespältiger Song, aber, der mich durch die Mandolinen-artige Gitarre an Russische Folklore erinnerte.
the very next kommt etwas verschlafen daher und ist der zweite 10minüter auf dem Album. Obwohl auch hier „laut-leise“ Komponenten aneinander sogar ineinander greifen, will der funke nicht so richtig überspringen und erscheint phasenweise zu lang.
built without hands klingt gar mystisch und dunkel und hat sogar eins zwei Sätze Text im Hintergrund mit laufen.
Mit swollow the water hat man einen guten abschliessenden Song gefunden der noch einmal einen musikalischen Überblick über das Album liefert. Zwar kannswollow the water nicht mehr überraschen, wer aber an den zuvor gehörten Songs gefallen hatte wird swollow the water mögen.
Fazit:
Ein alles in allem rundes Album das sehr ausgereift daherkommt und in sich schlüssig ist, stark emotional wirkt und alles das hergibt, was der geneigt Postrock Hörer gerne hat, schöne Melodien, Atmosphäre und gutes Instrumentenspiel. Auf Gesang und Text als Stilmittel wird bis auf minimale ausnahmen verzichtet.
Fakten
- Band: Long Distance Calling
- Titel: Satelite Bay
- Tracklist: Jungfernflug, Fire in the mountain, Aurora, Horizont, The very last day, Build without hands, Swollow the water
- Genre: Postrock
- VÖ-Jahr: 2007
- Länge: 58 min
- Label: Viva Hate
- Bandseite: http://www.myspace.com/longdistancecalling
Unsere Wertung:
[Rating:4/5]

