Me & Meyer – I wish I could hate you
Auf Me & Meyer bin ich über den ex-Bandkollegen von Stoffel aufmerksam geworden. Christoph „Stoffel“ Clemens und Jens van Meyer sind Me & Meyer. Ein Duo das sich nicht suchte aber fand. Und so sehe ich das Album I wish I could hate you als eine sehr private Sache an. Die Beiden Herren ziehen es vor in Folk oder Pop artiger Weise, uns ihr gemeinsames Werk zu präsentieren.
Auf I wish I could hate you sind 15 Song zu hören. Music ist ein Song deren Text wohl wahr ist, wenn die begabten Musiker mehreren Jobs nachgehen müssen um ihren kleinen Kühlschrank zu füllen zu können. Stoffel wird als Berliner davon ein Lied singen können. Macht er auch. Swimming with you in wild wild water, Every breath we take life gets shorter. Da ist was dran. Mit euphorischen Gefühlen wird hier nicht gespielt. Christophs Stimme klingt sehr traurig und sehr fertig mit der Welt. Was ist dem nur widerfahren? Auch der nächste Song There ain’t nothing zeugt von einer Hoffnung die sehr weit weg zu sein scheint. Today gibt da wieder etwas mehr Auftrieb und könnte so was wie ein Radiohit sein. In der ersten Hälfte ist Stoffels kratzige, und ver(b)rauchte Stimme im Vordgrund, dann verlässt man das reine Akkustikspiel und gewinnt mit E-Gitarre und Schlagzeug einiges mehr an Fahrt. Rolling Stone zeigt einige Stärken die Me & Meyer haben. Das Gefühl für Ihre Instrumente, man glaubt die beiden Herrschaften sitzen und spielen direkt hinter einem Live. Die Albumversion dürfte aber nur schwerlich mit 2 Mann live zu reproduzieren sein. Darum sind Me & Meyer auch zu siebent auf der Bühne. Die folgenden Lieder sind Liebeserklährungen und Verabscheungswürdigungen. Sehr sinnig vorgetragen.
Zu I wish I could hate you muss man sagen diesen atypischen Song auf ein Album zu bringen, diesen Mut hat nicht jeder. I wish I could hate you ist eben von der Songstrucktur anders als gewöhnlich. Ich finde besonders den Italowesternstil sehr schön. Bei Mary Jane möchte man Stoffel doch endlich mal einen Husten BonBon reichen. Mary Jane blieb mir nicht nachhaltig in Erinnerung. A million miles dagegen kann mehr. Eine ganz schöne Melodie und und ganz nette wenn auch traurige Geschichte die erzählt wird. Move on bringt wieder etwas mehr leben ins geschehen. Ist aber in meiner Vorstellung vermischt. Die Gitarre, Piano, Gesang Mischung finde ich sehr gelungen. Die Backgroundsängerinn die hin und wieder in I wish I could hate you auftaucht, finde ich nicht Konsistent. Hinter Home und Round my Head findet sich mit Her Ghost noch eine Überraschung. Damit hätte ich nach dem etwas abflachenden Longplayer nicht mehr gerechnet. Hier passt die reichlich rauchige Stimme von Stoffel perfekt, und Lied, Melodie, Instrumentalisierung finde ich gut. Her Ghost ist vielleicht der Musikalisch am meisten nachhallende Song auf I wish I could hate you.
I wish I could hate you könnte eine zwiespältige Sache sein. I wish I could hate you, ist auf alle Fälle eine sehr persönliche Angelegenheit und so richtig weiß ich nicht ob diese melancholischen Lieder ihre Bahnen nach draußen drehen müssen, auf der anderen Seite sagt man Ja. Ganz eindeutig Ja. Zwei Musiker haben eine Message und die geben sie weiter, mit den mitteln die sie haben. Stoffel ist ein guter Multiinstrumentalist, aber seine Stimme ist warscheinlich von den vielen Zigaretten auf den Touren damals mit MyBallon etwas rau geworden. Häufig kommen mir die Gesangsspur übersteuert vor und Stoffel kling oft heiser, mal mehr mal weniger. Auch der Einsatz der Streicher und Backgroundsänger misfällt mir. Sowie Unterschied zwischen Drumkit und Drumset ist da. Da muss sich nun jeder selbst ein Bild davon machen wie er alles im allem findet. Trotz meiner negativen Kritik, Jens und Stoffel sollen auf alle Fälle weitermachen, die können es. Und das ist kein konjunktiv.
Fazit:
Wen der Konjunktiv nicht wär, wär das leben halb so schwer. Für ein Wohnzimmerkonzert lade ich die beiden gerne doch ein.
Me & Meyer sind eine Bereicherung der Berliner Musiklandschaft, losgelöst vom Rock’n Roll machen sie das was sie wollen. Und das ist auch gut so.
Fakten
- Bandname: Me & Meyer
- Albumname: I wish I could hate you
- Tracklist: Music, Swimming, There ain’t nothing, Today, Rolling stone, Rest of me, Try tonight, I wish I could hate you, Mary Jane, A million miles, Move on, Shine on , Round my head, Home, Her ghost
- Albumdauer: 57 min.
- Label/Vertrieb: itsnotmusic
- Bandseite: http://www.meandmeyer.de/
Unsere Wertung
[Rating:3/5]




