Tom Lüneburger – Good Intentions
Ein wenig sorgen hatte man sich um Tom Lüneburger schon gemacht, nachdem sich seine alte Band wegen mangelnder Unterstützung seitens Plattenfirma 2006 auflöste. Die drei ehemaligen Mitglieder von MyBalloon Benjamin Sommerfeld, Christoph (Stoffel) Clemens und Tom Lüneburger waren damals ordentlich vor den Kopfgestoßen worden. Stoffel hat die letzen Jahre ebenfalls schwer verdaut und brachte seinerseit das album I wish I could hate you letztes Jahr heraus. Hier nun die lang ersehnte Rückkehr des ex-Frontsängers Tom, der mit seiner einzigartigen Stimme umzugehen weis.
Nun erreichte mich endlich das Album Good Intentions, auf das wir lange warten mussten.
Das Cover ist mit dem Gesicht des Künstler belichtet und im allgemeinen schlicht gehalten. Gewöhnungsbedürftig ist sicherlich den Protagonisten mit kaputten Nasenfahrrad zu sehen. Das Booklett hat ein paar Photos und die Liefertexte intus.
Der erste Track ist gleich mal Good Intentions, sowas wie ein Willkommen-Zurück Gruß. Sofort ist man wieder gefangen in der eindringlichen Art und Weise in der Tom singt. Das Good Intention als Album nicht als Rocknummer angelegt merkt man eigentlich sofort, dafür ist der erste Track schon zu sehr schmeicheld. Picture ist ein ebenso sachter und vorsichtiger Song der nur leicht unterstützt durch Instrumente wird. Interessant hierbei das sich Christoph Clemens ans Piano setzte und auf dem ein und anderen Song die Bassspur einspielte. Sehr smart ist Picture, mit gelungenen klassischen Aufbau und auch textlich gibt sich Picture nicht die blöse schlecht zu sein. Station to Station ist schon ein leichter Rocksong der mit klarer einfacher linie daherkommt. Ohne zu drücken bleibt eine gute Melodie und eine etwas aufwändigere Besetzung im Ohr zurück. Ein guter Song mit viel Potential bei einer Live-Performence. Yesterday’s gone ist ein minimalistisch aufgenommener Song. Toms gesang und seine Akkustikgitarre dir er seit langer Zeit intuitiv zu spielen spielen vermag passen einfach gut zusammen. Das intro für Yesterday’s Gone erinnerte mich sehr stark an empty park, empty street von Black Rust, das ähnlich anfängt.
Für alle die Thomas Lüneburgers Stimme nicht einzuordnen vermögen, dass seltsame bei ihm ist, das er zwar ein geübter Sänger ist aber keine supertolle klangfarbe hat und dennoch großartig klingt. Seine seltsame Art zu singen geht dahin hin das er beim Singen immer häufig an die Kopfstimme herankommt und dann wieder runter fällt. Auf alle Fälle kann man es mögen wie der Mann singt. Sein Englisch hat eh schon immer seinen ganz eigenen Akzent gehabt und das ist gut so. An und für sich hilft es nur, wenn man sich selbst ein Bild zu machen, wie es sich anhört.
This Year ist der fünfte Song auf Good Intentions und kurz und knapp gehalten, hat aber einen gelungenen Text. Es geht um Revision, Vision einfach gesagt, um eine kurze Reflektion des gegenwärdlichen, gestern und heute. Auch Cunning Person geht in die Richtung, wenn eine Beziehung nicht mehr das ist was sie eigentlich sein wollte und der eine macht was der andere nicht sehen soll. Eine schönes Stück mit dem schönen sechsseiter. On Track ist für mich eine der stärksten Nummern auf Good Intention. Gerade weil es Tom gelingt nur mit seiner Stahlseiten Gitarre und Stimme eine fast intime Atmosphäre aufzubauen. Nach Treavelling Years, ein Song den man irgenwie schon zu kennen scheint, kommt Finally Wrong, für mich dan doch der beste Song des verlorenen Sohn. Eigentlich gibt’s nichts besonderes an dem Song. Warscheinlich es ist es genau das, das schlichte was mir gefällt. Wenn Tom ganz klar die Gitarre auf- und abschlägt, den Rhythmus wechselt und man genau hört welche der sechs Seiten zum Anschlag gekommen ist. Fade ist ein Song den ich irgendwie nachvollziehen kann, denn in Berlin gibt es nur zwei Jahreszeiten, Sommer und Winter. Jedenfalls ist es ein genügsames Ende und dieses Ende kann ein Anfang sein.
Fazit
Ich bin froh das Tom der Musikwelt nicht verloren gegangen ist und nach langer passiver Wartezeit ein Album machen konnte. Ich bin soweit zufrieden. Die Technische Umsetzung ist in Ordnung. Eine Genreeinordung kann man nur bedingt machen. Good Intention hängt irgendwo bei Pop, Singer/Songwriter und Rock zwischen den Stühlen. Ein emanzipiertes Werk fernab vom MajorLabel und mit der Hoffnung das der Traum vom Musik machen nicht ausgeräumt ist. Es wäre schade drum, bitte mehr davon. Auf dem Album sind zwar nur 10 Songs die reichen aber um eine gelungene Rückkehr zu feiern, in sich schlüssig, nicht zu abgehoben, nicht zu fern. Obwohl die 31 Minuten Spieldauer recht kurz ist, muss ich sagen; mehr braucht es für dies gelungene Album auch gar nicht.
PS.
Die offizielle RecordReleaseParty findet am 17.04.2010 im BangBang Klub Berlin statt. Karten gibts hier ->
Fakten
- Künstler: Thomas (Tom) Lüneburger
- Albumname: Good Intentions
- Tracklist: Good intentions, Picture, Station to station, Yesterday’s gone, This year, Cunning person, On track, Traveling years, Finally wrong, Fade.
- Albumlänge: 31 min.
- Genre: Singer/Songwriter, Pop
- Vö-Jahr: 2010
- Label/Vertrieb: all around music
- Bandseite: http://www.myspace.com/tomlueneburger
Unsere Wertung
[Rating:3.5/5]



Seltsame Welt? Seltsamer Schreiber … ich glaub du hast das noch nicht of genug gemacht, deine Rezension liest sich wie ne Produkbeschreibung von nem LCD Ferseher von Saturn. In diesem Sinne: Geiz ist geil!