Anna Seghers – Das siebte Kreuz

Buchtitel

Netty Reiling, die sich später Anna Seghers nannte schrieb Ihren Roman zwischen 1937 und 1939 im Pariser Exil. Das siebte Kreuz ist ist der bekannteste Roman Seghers und gehört zu den einflussreichsten Antifaschistischen Büchern die geschrieben worden sind. Somit zeigt sich das Thema und die Rahmenhandlung, eingebettet in die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Obwohl Anna Seghers bereits 1933 Deutschland verlassen hatte war sie über die Vorgänge in ihrer Heimat stets gut unterrichtet und informiert. Die Figuren und Orte sind zwar allesamt fiktional, allerdings bettet sich die Handlung in die Nähe ihrer Heimat ein.

Das siebte Kreuz spielt in der Gegend um Westhofen bei Worms. Das Konzentrationslager in Westhofen spielt dabei eine Zentrale Rolle.

Die Erzählung beginnt damit, das sieben Gefangene des KZ Westhofen ausbrechen. Ihre Flucht wird unmittelbar bemerkt und die Flucht wird zu einer Hetzjagd. Georg ist einer der Ausbrecher. Anna Seghers entwickelt um ihn herum dieGeschichte.

Die Art und Weise mit der die Geschichte erzählt wird ist etwas gewöhnungsbedürftig. Gerade in den ersten Kapiteln findet eine Kunstvolle Vermengung von Retrospektiven und Gegenwartsdarstellungen statt. Personenkreise deren Zusammenhänge sich erst später darlegen und viele Kleinigkeiten geben ein etwas konfusen Eintritt in Das siebte Kreuz.

Überwindet man den Punkt und gibt dem Roman genügend Zeit sich zu entwickeln, dann steigt man langsam aber sicher ein, in eine nebulöse Welt. In eine Welt die nie ganz wach zu sein scheint, einen Georg Heisler der wie im nicht im Vollbesitz seiner Kräft vorwärts läuft. Die Randbedingungen verschwimmen je weiter man sich vom Protagonisten entfernt. Ein grauer Schleier, ein dicker Nebel in dem die Zeichen der Zeit, Angst, Furcht, Denunziation, Gewalt und Nationalsozialismus stehen. Aber auch Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Widerstand gegen das Regime stehen ungreifbar im Wasserdunst.

Wie mit einer Lupe Zentriert und Mikroskopiert Anna Seghert die Gefühlswelt in dieser Zeit an diesen Ort, der Menschen. Obwohl alles nur Schattenrisse sind, gelingt es ihr ein genaues Abbild und deren Eigenschaften abzubilden. Vom Tiefschwarzen SS Mann über Braunhemden, über Karriere orientierte Funktionäre, Opportunisten, Mitläufer, Zurückhaltende, Vorsichtige, Widerständler, Einfache Menschen, Freunde, Helfer.

Nach und nach werden die geflohenen wieder ergriffen, einer nach dem anderen, bis Georg Heisler allein auf der Flucht vor den Schergen ist. An den sieben gekuppten Planten des Lagers Westhofen werden kurz nach der Flucht sieben Kreuze genagelt und werden zum Marterpfahl für die Gefangenen. Die Sieben Plantanen und sieben Kreuze werden zum Synonym für die Ausreißer. Was mit dem siebten Kreuz passiert ist die Geschichte des Romans.

Fazit:
Ein nicht ganz leicht zu lesendes Buch, dass mit der eigenen Sprach der Anna Seghers geschrieben ist. Es Überzeugt durch eine subversive Psychologie. Die geistige Umklammerung und befremdliche Schauer werden nicht durch Plakative Szenen erzeugt, sondern im Kopf des gemeinen Lesers findet ein Prozess statt der es ihm ermöglicht die Geschichte, die Menschen, Orte und Zeit besser zu lesen.

Fakten

  • Buchtitel: Das siebte Kreuz
  • Autor: Anna Seghers
  • Verlag: Aufbau
  • Vö-Jahr: 1942 in den USA
  • Verfilmungen: 1944 von Fred Zinnemann mit Spencer Tracy
  • VN:F [1.9.3_1094]
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