Tanz in den Mai am Boxhagener Platz 30. April 2010
Walpurgisnacht oder was ehr zutrifft Tanz in den Mai in Berlin ist gerade in Friedrichshain-Kreuzberg populär. Was dieses Jahr vom Boxhagener Platz in Stadtteil Friedrichshain zu Berichten ist; ist nicht viel.
Ja auch dieses Jahr war er von Hundertschaften abgeriegelt, man kam drauf, aber nur wenn man man keine GlasFlaschen bei sich hatte.
Gewalt ist keine Tugend und so verlief die Versammlung entsprechend genügsam ab. Der 30. April am Boxi, wie der Boxhagener Platz auch genannt wird ist ein treffen der links alternativen Szene zum Informationsaustausch, zum Feiern, zum Wiedersehen und zum reversieren des letzen Politischen Jahres, also kurz um Freunde zu treffen.
Wie immer stellt die Polizei einen Gegenpol da. So auch dieses Jahr. Hat man mit einer Menge Lichtmasten die Staßenzüge erleuchtet und überproportionalem Mannschaftsaufgebot die Bewohner, also die Freunde die auf den Bordsteinkanten gemütlich sitzen gepiesackt, so baut sich doch rein emotional ein latentes Feindbild auf. Zumal hin und wieder willkürlich ein Passant von etwa 50 Beamten in Grün fort geschleppt wird. Und das nicht nur ein mal sondern mehrmals. Das sich da latente Disharmonien aufbauen ist verständlich.
Von gewaltbereiten Schwarzen Blöcken war nichts zu sehen, einige Schulabbrecher und Trainingshosencowboys eroberten zwar kurzzeitig eine Bushaltestelle und selbst diese völlig harmlosen Junggesellen wurden von der Exekutive hinausgetragen, da war es auch egal das sie freiwillig vom Haltestellenhäuschen stiegen und ruhig und bedächtig blieben. Die roten gereizten Augen hatte die Bereitschaftspolizei, die noch so jeden Kleinen aufstand nieder warf.
Herr Ströbele hat sich blicken lassen. Das ist derjenige der den Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain auf Bundesebene Vertritt und für uns, quasi, im Bundestag die Belange von uns Vertreten soll. Ich wank ihn zu, andere wanken Zigarettenkippen nach ihm. Fuhr er doch mit seinem Hollandrad durch uns hindurch, zwei Bodyguards die ihm im Laufschritt ihm folgten. Ich wollte mit ihm ein paar Worte wechseln aber da war er schon wieder weggeradelt. Weiß der Geier was er im nächsten Verteidigungsausschuss für Fragen stellt. Unseren Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) sah ich nicht, sollte er doch lieber die Links-alternativen Lebenskonzepte die man in Friedrichshain noch gerade so finden kann verteidigen. Das Ansteigen der Mieten durch Profitgeile Investoren und Privatpersonen, desweiteren gilt es den Bau der A100 durch Friedrichshain zu verhindern, MediaSpree zu versenken und dem Herrn Wagner der als Eigentümer des RAW-Geländes der für den Erhalt kultureller Einrichtungen stehen könnte aber leider den extrem wichtigen urbanen kreativen Lebensraum, an einen Immobilienfond verkaufen möchte, der dan weitere Büroklötze oder wieder eine Shopingmal alá Gesundbrunnencenter oder Alexa baut um die Rendite zu fördern, da gilt es dem Wagner paroli zu bieten. Presseartikel (dem RAW-tempel e.v. wurde der Mietvertrag inzwischen gekündigt). Dafür triff sich der Kiez eins, zwei mal im Jahr um sich über alle Bürokratischen schranken hinweg zu disktuieren. Interessant ist vielleicht zu sehen, dass dieses Jahr fast gar keine Spanier, Engländer, Franzosen, Italiener die sonst im Kiez leben, nicht auf dem Boxi anzutreffen waren.
Aber auch ein zweites wichtigeres Ereignis will ich nicht verbergen, daß die Polizei einen Rollifahrer sprich Rollstuhlfahrer aus dem Rollstuhl kickt. So erzählte man mir es. Das man ihm zusätzlich CS oder ein anders Abwehrspray ins Gesicht sprühte sah ich persönlich, das ist echt unter aller Sau. Danach sperrte man alle Ausgänge. Niemand kam rein oder raus. Ich persönlich entwich dem schlussendlichem Gemetzel wie eine Maus durch eine Lücke.
Beim Tanz in den Mai geht es nicht um Krawall und Zerstörung sondern um Revision und ums Feiern. Die Polizei ist dabei eher wie die Batteriesäure, ohne die keine Spannung aufgebaut werden kann. Sie muss als Gleichnis für die Missratene Politik den Ärger des Souveräns abfangen. Im Großen und Ganzen kann man sagen das am Boxi die Lage friedlich blieb auch wenn ich persönlich unliebsame Bekanntschaft und einen kräftigen Schubser von einem Polizisten mitbekommen habe. Mann kann eben nicht jeder Hundertschaft ausweichen. Interessant ist vielleicht noch das die presse, Sensationlustig mit Eierschale auf dem Kopf jedem Bild geil hinterher rennt.
Bis zum nächsten mal. Tanz in den Mai.

