JUD – live im Dunker – Berlin am 26.08.2010

Weihnachten im August? So könnte man meinen wenn man Kaspar, Mehlchor und Balthasar plötzlich lebendig und in farbe sieht. Dabei sind die drei Weisen aus dem Morgenland die drei Herren von „JUD“. David, Jimmy, Jan. Die drei Diener des Rock´n Rolls sind gekommen um uns Geschenke zubringen. Sie bringen uns ungeheuerliche Spiellaune, tolle Songs, abwechslungsreiche Geschenke in Akustischer Form.
Genaus so war es heute im Dunkerclub in der Dunkerstr. 64. 1996 spielten sie dort zum ersten mal, heute Jahrzehnte danach wieder. An Genialität haben sie nichts verloren, nein ehr dazugewonnen.
Der Dunkerclub ist in einer alten kirchlichen Kapelle untergebracht, dicke Wände, hohe Decke also optimale Voraussetzungen um im Prenzlauer Berg auch nach 22Uhr die Pegel auf Max zu stellen. Laut wars und schön.
Davids Gitarre setze ein und man denk, „das wird aber laut“, dan kommt Jans Bass dazu „hoppla es geht noch lauter“ und als Jimmy zum ersten Streich auf die Snare ansetze zog es einen quasi die Socken bis unters die Achseln, kurz um, es war grandios.
Von der Liedauswahl hatte man sich darauf geeinigt, „Wir spielen nur die guten Songs“, ehrlich jeder Song der Band ist gut. Und so kam es das die Band für knappe 90 Minuten keinerlei schwächen zeigte, vielleicht mit Ausnahme der physischen Kondition. JUD spielt Rock`n Roll, Stoner-Rock oder wie man es auch nennen will. Es ist eben kein Kammerorchester, sondern eine an Explosivität kaum zu übertreffende Rock´n Roll Combo.
Diese Klasse der Songs, die klasse der einzelnen Bandmitglieder, die Spielsicherheit und Vertrautheit untereinander, lassen einen Auftritt von JUD zu einem wie ich finde Gesamtkunstwerk vereinen. Ein Auftritt wie dieser bleibt ein unvergesslicher. Die Explosivität, die Innere Stärke, aber auch Zurückgezogenheit bei großen Texten, bei gleichzeitiger Ausgeglichenheit von Freude, Extrovertiertheit und Sinnlichkeit machen die Gigs von JUD, so Fantastisch.
Für mich persönlich bleibt dieses Konzert ein Highlight. Für die Zeit von einem Gig bis zum nächsten bleibt nur möglich, eines der Zahlreichen Alben von Jud in den Player zu werfen und hoffen das die Drei wieder kommen. Sufferboy lege ich dem Leser besonders ans Herz und auf die Ohren.
Fazit:
Wer guten einzigartigen Rock`n Roll hören will mit anspruchsvollen Texten und vielversprechenden Liedern muss auf ein Konzert von JUD gehen. Leider spielen die drei Männer nicht so oft wie man es gerne hätte. Weihnachten ist eben nur ein mal im Jahr. Die Geschenke der drei Weisen muss man schon selber abholen, in dem man auf eines ihrer Konzerte geht.
Fakten
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Band: JUD
Mitglieder: David Judson Clemmons (git, voc), Jimmy Schmidt (drums), Jan Hampicke (E-Bass)
Bandseite: http://www.judtv.com/
Myspace: http://www.myspace.com/judband
